Pressemitteilung: Initiative “Ghostbikes Frankfurt” verurteilt erneuten Vandalismus an Mahnmalen für getötete Radfahrende
Frankfurt am Main, 13. Juli 2026 – Die Initiative Ghostbikes Frankfurt zeigt sich bestürzt über den wiederholten Vandalismus an ihren weißen “Geisterrädern”. Anlass ist die jüngste Zerstörung eines Ghostbikes an der Scheerwaldschneise im Frankfurter Stadtwald. Das Mahnmal war erst im Juni 2024 zum Gedenken an einen dort tödlich verunglückten Radfahrer aufgestellt worden und wurde nun bereits zum dritten Mal mutwillig beschädigt oder zerstört. Das in Kalbach an der Straße “An der Bergstraße” aufgestellte Geisterrad wurde komplett geklaut.
Ghostbikes sind weiß lackierte Fahrräder, die an Orten tödlicher Verkehrsunfälle mit Radfahrenden aufgestellt werden. Sie erinnern an die Verstorbenen, geben Angehörigen und dem Freundeskreis einen Ort des Gedenkens und mahnen zugleich zu mehr Rücksicht und Verkehrssicherheit.„Jede Zerstörung eines Ghostbikes ist weit mehr als Sachbeschädigung“, erklärt Falko Görres von der Initiative Ghostbikes Frankfurt. „Sie trifft die Erinnerung an einen Menschen, der im Straßenverkehr sein Leben verloren hat. Für Angehörige und Hinterbliebene ist ein solcher Akt besonders verletzend.“
Auch Ansgar Hegerfeld, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Frankfurt am Main, weist darauf hin, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt: „Leider erleben wir immer wieder, dass Ghostbikes Ziel von Vandalismus werden. Bereits in der Vergangenheit wurde unter anderem das Rad an der Osthafenbrücke mehrfach beschädigt und bei anderen Rädern Einzelteile geklaut. Dass nun ein erst vor zwei Jahren errichtetes Ghostbike bereits zum dritten Mal zerstört wurde, macht uns fassungslos.“
Die Initiative betont, dass Ghostbikes keine politischen Symbole oder Provokationen sind, sondern stille Zeichen des Gedenkens. Es werden keine Geisterräder gegen den Willen der Angehörigen aufgestellt. Sie sollen daran erinnern, dass hinter jeder Unfallstatistik ein menschliches Schicksal steht und dass mehr Anstrengungen erforderlich sind, um den Straßenverkehr für alle sicherer zu machen.
Die Mitglieder der Initiative werden anstelle des zerstörten Ghostbikes an der Scheerwaldschneise und des entwendeten in Kalbach Gedenktafeln anbringen. „Wir lassen uns nicht entmutigen“, so Görres. „Solange Menschen auf Frankfurts Straßen ihr Leben verlieren, werden wir weiter an sie erinnern. Die Mahnmale stehen für Respekt, Mitgefühl und die Hoffnung, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen.“
Die Initiative Ghostbikes Frankfurt appelliert an die Öffentlichkeit, mit den Mahnrädern respektvoll umzugehen und Hinweise auf mutwillige Beschädigungen gegebenenfalls an kontakt@ghostbike-ffm.de zu melden.
Hintergrund In Frankfurt wurden 21 Geisterräder aufgestellt, die Standorte sind auf der Karte der Initiative zu finden. Die Aufbereitung der Räder wird über Spenden finanziert. Der ADFC Frankfurt und Radentscheid Frankfurt unterstützen die Initiative.